SEO: 5 wichtige Massnahmen der Optimierung für Suchmaschinen

Suchmaschinenoptimierung gleicht einem Schweizer Uhrwerk: Jedes einzelne Element muss auf die Gesamtheit abgestimmt sein und einwandfrei funktionieren. Ein einzelner Schwachpunkt kann alle anderen Bemühungen um ein gutes Ranking zunichte machen. Google zählt rund 200 verschiedene Ranking-Faktoren.

Google wertet täglich rund 3.5 Milliarden Suchanfragen aus. Crawler suchen nach relevanten Inhalten, indexieren und ranken Websites. Google hatte in 2019 in der Schweiz einen Marktanteil von 95.41 % (Quelle: Statista.de). Darum richten sich Optimierungen an einer Website in erster Linie an Googles Ranking-Kriterien aus. Manche Unternehmen investieren viel Geld in Google Ads, können damit ihr Ranking jedoch nur kurzfristig verbessern. Wie funktionieren Google Ads? Welche Massnahmen eignen sich, um kurzzeitig auf den oberen Plätzen zu landen? Was muss man tun, um auch langfristig hoch zu ranken? Was ist der Unterschied zwischen SEO und SEA?

Geben Sie einen Suchbegriff ein, erscheinen auf den ersten Plätzen der Suchergebnisseite je nachdem drei bis vier bezahlte Google Ads. Erst darunter folgen die organischen, unbezahlten Treffer. Die bezahlten Suchergebnisse heissen SEA (Search Engine Advertising = Suchmaschinenwerbung). Google Ads eignen sich dann, wenn das Ranking kurzzeitig verbessert werden soll. Das ist der Fall, wenn neue Unternehmen oder neue Produkte in kurzer Zeit viele Nutzer erreichen sollen.

Wer langfristig hoch ranken möchte, legt den Schwerpunkt auf SEO. Suchmaschinenoptimierung betrifft die organischen, unbezahlten Suchergebnisse, die unterhalb der bezahlten Anzeigen erscheinen. Damit Ihre Website in den organischen Suchergebnissen besser rankt, muss sie suchmaschinenfreundlich aufbereitet werden. Ein gutes organisches Ranking wiederum wirkt sich positiv auf bezahltes Ranking aus. Das bedeutet: Die Basis Ihres Erfolgs im Netz ist die Onpage-Optimierung. Erst bei hohem organischen Ranking entfalten bezahlte Google Ads eine bessere Wirkung zu günstigeren Preisen.

Die wirkungsvolle Optimierung einer Website setzt Expertenwissen voraus und benötigt viel Zeit. Als erste Orientierung stellen wir Ihnen fünf wichtige Punkte vor.

SSL/ TSL: Schaffen Sie Vertrauen

Zur Suchmaschinenoptimierung gehört der verantwortungsvolle Umgang mit den persönlichen Daten der Nutzer. Bereits seit mehreren Jahren ist die Verschlüsselung mittels SSL Standard, dennoch trifft man vereinzelt noch auf Webseiten ohne SSL-Verschlüsselung. «Die Verbindung zu dieser Website ist nicht sicher» – hier wird der Besucher weder einen Newsletter abonnieren noch seine Kreditkartennummer hinterlassen. Den Suchmaschinen geht es nicht anders: Seit 2014 ist HTTPS für Google offiziell ein Ranking-Faktor. Seit 2017 markieren einige Browser Seiten als unsicher, die Daten sammeln, aber nicht durch HTTPS gesichert sind. Spätestens seit die DSGVO im Mai 2018 in Kraft getreten ist, sollten Seitenbetreiber alle übertragenen Daten verschlüsseln. Nach Artikel 4 Nr. 1 der DSGVO gelten sogar Cookies als personenbezogene Daten, die vor fremdem Zugriff geschützt werden müssen. Identifikationsmerkmale, wie die IP-Adresse, können durch Cookie-Daten dem Nutzer zugeordnet werden.

Ladezeiten verkürzen: Werden Sie schneller als die Mitbewerber

Niemand wartet gerne lange. Besonders ungeduldig bewegen wir uns durch das Internet. Nicht nur der User straft lange Ladezeiten ab. Auch für Suchmaschinen ist die Ladezeit einer Seite ein wichtiges Kriterium, wenn nicht sogar das wichtigste Kriterium für die Einstufung. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die mobile Version Ihrer Webseite richten: Suchmaschinen vergeben keine getrennten Indizes für Desktop- und Mobilansicht. Massgeblich ist einzig die mobile Seite. Lange Ladezeiten strafen damit zugleich die Desktop-Seite ab. Drei Faktoren sind entscheidend: weniger Daten übertragen, unnötige HTTP-Requests vermeiden und die Ressourcen in der richtigen Reihenfolge anordnen. Unter https://testmysite.withgoogle.com/ können Sie testen, wie schnell Nutzer auf Ihre Seite zugreifen können.

URL-Struktur optimieren: So behalten Leser und Suchmaschinen den Durchblick

Lesbarkeit und Verständlichkeit für Mensch und Maschine betrifft auch die URL-Struktur. Denn was den Menschen anspricht, ist auch für die Suchmaschine verständlich.

  • Stichwort «sprechende URLs»: Nutzen Sie Wörter, die einen Sinn transportieren. Der Leser muss anhand der URL erkennen können, was ihn erwartet, wenn er den Link anklickt. Das schafft Vertrauen. Zahlen, Zeichen oder betriebsinterne IDs sind hier fehl am Platz.
  • Ihre URL sollte das Hauptkeyword enthalten. Im Optimalfall enthält bereits die Domain das zentrale Keyword – die gesamte URL einer Seite sollte aber nicht mehr als zwei Keywords beinhalten. Mehr hilft nicht mehr.
  • Was für Headlines und ganze Texte gilt, gilt auch für die URL: Fassen Sie sich kurz. Wenige kurze Wörter, keine Sonderzeichen – so behalten Leser und Suchmaschinen den Überblick und verstehen, worum es auf Ihrer Seite geht.
  • Nutzen Sie eine HTTPS-Verbindung. Wie bereits erwähnt, sind sichere Verbindungen für Suchmaschinen ein positives Ranking-Signal.
  • Um Ihre Seite zu strukturieren, unterteilen Sie sie in Haupt- und Unterseiten. Ungünstiger ist es, Unterseiten auf Subdomains auszulagern. Suchmaschinen sehen sie dann als getrennte, voneinander unabhängige Seiten. Eine Seite mit Unterseiten hingegen punktet mit geballtem Expertenwissen.
  • Ähnliche Seiten wertet die Suchmaschine als gleichwertige Seiten und wählt eine URL als kanonische URL – und crawlt nur diese. Die anderen URLs werden als doppelt gesehen und nicht oder selten gecrawlt.
  • Die am höchsten gerankte Top Level Domain (TLD) ist «.com». Generische TLDs, wie «.info», «.jobs» oder «.org» können anhand der IP-Adresse des Users einer geografischen Herkunft zugeordnet werden. «.eu» und «.asia» geniessen ähnlich hohes Vertrauen wie «.com» und werden zusätzlich einer geografischen Region zugeordnet. Weitere TLDs sind länderspezifisch, wie «.ch» oder «.de».
  • Achten Sie darauf, dass Unterseiten keine weiteren Unterseiten enthalten. So bleibt sie übersichtlich, für Mensch und Suchmaschine. Die Haupt- und Unterseiten sollten, wie alle anderen Bestandteile einer URL, beschreibende, sinnhaltige Namen erhalten.
  • Für Webshops gelten einige weitergehende Besonderheiten: Produkt- und Kategorieseiten sollten das zentrale Keyword enthalten. Statt Produkte Kategorien unterzuordnen, können Sie eine einfache URL für alle Produkte vergeben: So bleibt die Seiten-Hierarchie flach und übersichtlich.

Meta-Descriptions: Sagen Sie, worum es geht

Meta-Descriptions liefern Suchmaschinen und Besuchern erste wichtige Informationen über die Inhalte einer Seite: Ist das Keyword enthalten? Welche Inhalte erwarten mich auf der Website? Sinnhaltige und lockende Title- und Description-Tags bewegen den Besucher zum entscheidenden Klick. Worauf sollten Sie achten?

Der Title-Tag erscheint auf der Suchergebnisseite als Titel und fungiert zugleich als Link zu Ihrer Website. Eyetracking-Studien aus dem Jahre 2016 haben gezeigt, dass Nutzer in den ersten Sekunden vor allem die Title-Tags und URLs scannen. Um Suchmaschinen und Nutzern passgenaue Ergebnisse zu liefern, sollte jede Ihrer URLs einen eigenen Titel haben. Beachten Sie beim Texten des Title-Tags folgende Punkte:

  • Das Keyword gehört in den Title-Tag, am besten gleich zu Anfang.
  • Streichen Sie inhaltsleere Title-Tags, wie «Home», «Über uns» oder «Unsere Leistungen».
  • Der Titel sollte weniger als 65 Zeichen umfassen.
  • Formulieren Sie einen interessanten, ansprechenden Titel. Sie haben nur Bruchteile von Sekunden, um den Nutzer zu überzeugen: «Hier lohnt es sich weiterzulesen».

Auch der Description-Tag muss Suchmaschinen und Leser gleichermassen bedienen. Suchmaschinen liefert er eine kurze Zusammenfassung. Der potenzielle Leser erfährt, was ihn erwartet, wenn er den Link zur Seite anklickt. Der Description-Tag sollte nicht mehr als 160 Zeichen umfassen – inklusive Leerzeichen. Was darüber hinausgeht, wird durch (…) abgeschnitten. Bei Seiten, die ein Datum der Veröffentlichung enthalten, bleiben Ihnen weniger Worte: Da das Datum der Description möglicherweise vorangestellt wird, bleiben Ihnen nur etwa 130 Zeichen für den informativen Teil. Die Description soll den Leser nicht nur trocken über die Inhalte Ihrer Seite informieren. Locken Sie ihn mit einem Teaser, einem Cliffhanger oder orientieren Sie sich an der AIDA-Formel: Gewinnen Sie seine Aufmerksamkeit (Attention). Schüren Sie sein Interesse an Ihrer Seite (Interest). Wecken Sie in ihm den Wunsch, Ihre Seite zu besuchen und Ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen (Desire). Fordern Sie den Leser auf, Ihre Website zu besuchen und Ihr Angebot umgehend wahrzunehmen (Action).

Keywords: Ihr Schlüssel zum Ranking-Erfolg

Die Website Optimierung auf Keywords ist der erste Schritt in der Onpage-Optimierung. Google erkennt nicht nur ein oder mehrere Keywords, sondern versteht ganze Themenbereiche. Darum ist es sinnvoll, die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Website nicht auf ein einzelnes Keyword auszurichten, sondern den gesamten Themenkomplex um ein Keyword herum zu betrachten. Im Folgenden geben wir Ihnen einige Grundlagen zum Verständnis an die Hand.

Keywords: Short-, Mid- und Long-Tail

Profis teilen Keywords in verschiedene Kategorien ein. Kriterien sind das Suchvolumen, der Grad der Spezifität und Konversionsrate (Conversion Rate).

  • Short-Tail-Keywords sind allgemeine, unspezifische Suchbegriffe. Sie haben ein hohes Suchvolumen, zugleich aber eine schlechte Konversionsrate.
  • Long-Tail-Keywords sind spezifische Suchbegriffe mit Seltenheitswert. Kunden, die ein Long-Tail-Keyword eingeben, befinden sich in einer anderen Phase der Customer-Journey als jemand, der sich über ein Short-Tail-Keyword einen allgemeinen Überblick verschafft. Long-Tail-Keywords haben darum eine höhere Konversionsrate.
  • Mid-Tail-Keywords liegen, selbstredend, in der Mitte zwischen Short- und Long-Tail: Kennzeichnend sind eine mittlere Spezifität, ein mittelgrosses Suchvolumen und eine durchschnittliche Konversionsrate.

Ihre Suchmaschinenoptimierung sollte alle drei Arten von Keywords berücksichtigen. Denn wer Kunden in verschiedenen Phasen der Customer-Journey abholt, verbessert sein Ranking für eine grössere Zielgruppe.

Keywords: Was Sie noch wissen müssen

Ein wichtiger Ranking-Faktor ist die Suchintention, die hinter einem Keyword liegt: Möchte der Nutzer ein Problem lösen oder ein Ziel erreichen? Sind seine Vorstellungen vom Ergebnis schon konkret oder orientiert er sich noch? Die Suchintention entscheidet darüber, welcher Content dem Nutzer geboten werden muss: Lösen Sie sein Problem. Geben Sie ihm die Informationen, die er sucht – leicht verständlich und leserfreundlich aufbereitet.

Wir vorher angesprochen, muss Ihre Keyword-Strategie berücksichtigen, in welcher Phase der Customer-Journey sich der potenzielle Kunde befindet. Interessiert er sich für ein bestimmtes Produkt? Hat er eine konkrete Vorstellung über dessen Eigenschaften? Wägt er noch ab oder ist er fest entschlossen, das Produkt zu kaufen? Beantworten Sie diese Fragen, um passgenauen Content zu liefern.

Die Keyword-Recherche

Wer sich selbst auf die Keyword-Suche begeben möchte, sollte im ersten Schritt eine grosse Menge möglicher Keywords sammeln. Versuchen Sie, alle Phasen der Customer-Journey abzudecken. Dabei lohnt es sich, einen Blick auf die Mitbewerber in der Suchmaschine zu werfen: Für welche Keywords ranken diese? Sehen Sie sich genau an, was die am höchsten gerankten Websites gemeinsam haben und leiten Sie daraus ab, was Sie an Ihrer Seite verbessern können.

Beitrag vom: 08. April 2020
Kategorie: Suchmaschinen

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